Mit Pikachu zu mehr körperlicher Aktivität?

Autor*in
Lukas Dehmel
Ursprünglich veröffentlicht am
25.10.2016

Zum Beitrag der Pokémon Go-App zur Bearbeitung des pädagogisierten Problems von mangelnder Bewegung Jugendlicher

Körperliche Aktivität wird als eine der Grundvoraussetzungen für ein gesundes Leben gesehen. Schaut man jedoch auf die Ergebnisse der KiGGS-Studie, stellt man fest, dass sich nur ein Bruchteil der heutigen Jugendlichen ausreichend körperlich betätigt, während ein Großteil der Freizeit vor den sogenannten Bildschirmmedien verbracht wird. Mit der Bearbeitung dieses Problems sind vorrangig die Schule und außerschulische Institutionen beauftragt, sodass es sich beim Problem mangelnder körperlicher Bewegung Jugendlicher folglich um ein pädagogisiertes handelt.
Es wirkt paradox, dass gerade ein digitales Spiel zur Behandlung dieses Problems beitragen können soll: die Pokémon Go-App, die zwischenzeitlich ein regelrechtes jugendkulturelles Massenphänomen dargestellt hat. In seiner Arbeit beschäftigt sich der Autor mit der Frage, ob die Pokémon Go-App zur Bearbeitung des pädagogisierten Problems der mangelnden Bewegung im Alltag Jugendlicher beitragen kann und welche Probleme damit verbunden sind.

Zur Beantwortung definiert er zunächst den Begriff Pädagogisierung. Anschließend unterzieht er die Ergebnisse der aktuellen KiGGS-Studie einer kritischen Betrachtung. Nach dieser grundlegenden Begriffsklärung widmet er sich der Pokémon Go-App und gibt einen kurzen Abriss über ihre Funktionen. Nachfolgend ordnet er sie nach der Sozial-Kognitiven Theorie Banduras ein, um zu zeigen, wie die App Jugendliche dazu bringt, sie zu verwenden und wie ihre Verwendung zu mehr Bewegung führt. Gleichzeitig zeigt er an dieser Stelle aber auch die Probleme auf, die sich in diesem Zusammenhang definieren lassen. Hier sind der undurchsichtige Datenschutz und die Konstitution eines sozialen Drucks zu nennen, die App herunterladen zu müssen, um weiterhin an Peer-Interaktion teilnehmen zu können. Beide stellen wiederum Problemdimensionen dar, die es zu pädagogisieren gilt. Die erziehungswissenschaftliche Betrachtung der Pokémon Go-App fällt dementsprechend ambivalent aus.

Die Arbeit kann in voller Länge als PDF heruntergeladen werden.


Lukas Dehmel (B.A.) ist Student im erziehungswissenschaftlichen Masterstudiengang „Bildung in Europa“ an der Europa-Universität Flensburg mit den Studienschwerpunkten Medienpädagogik, Bildungsökonomie und Soziologie.