Aufgaben und Ziele der Stiftung

Digitale Spiele haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Leitmedium unserer Gesellschaft entwickelt. Sie haben nicht nur einen großen Einfluss als Unterhaltungsprodukte, sondern auch als Technologietreiber, Lernwerkzeuge oder künstlerisches Ausdrucksmittel.

Digitalen Spielen liegt eine Schlüsseltechnologie zu Grunde, die auch für viele andere Bereiche von erheblicher Bedeutung ist (z.B. bei Simulationen in der Produktentwicklung, in der Medizin oder in der schulischen und beruflichen Bildung).

Wie mit jedem Medium sind auch mit digitalen Spielen Chancen und Risiken verbunden. Für Deutschland als einer führenden Industrie- und Kulturnation ist es wichtig, einerseits die großen Chancen digitaler Spiele zu nutzen und andererseits die Risiken zu minimieren. Dazu gehört, das Medium in der Öffentlichkeit objektiv darzustellen und über einen angemessen, nachhaltigen und produktiven Umgang damit aufzuklären. Die Arbeit der Stiftung  soll auch dazu beitragen die Entwicklung und Produktion kulturell und pädagogisch wertvoller digitaler Spiele in Deutschland zu fördern und die Medienkompetenz der Nutzer zu verbessern.

Um ihrem Zweck gerecht zu werden, initiiert, unterstützt und fördert die Stiftung Projekte aus den vier Bereichen

1. Wirtschaft und Ausbildung
2. Bildung und Erziehung
3. Kunst und Kultur
4. Forschung und Wissenschaft.

Ein hochkarätig besetzter Beirat lenkt die Stiftung und sorgt für Unabhängigkeit und Transparenz. Seine vierzehn Mitglieder kommen aus den Bereichen Politik, Bildung, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur. Das größte Projekt der Stiftung ist die Gesamtorganisation des Deutschen Computerspielpreises. Die Stiftung mit Sitz in Berlin hat ihre Arbeit im Oktober 2012 aufgenommen, Geschäftsführer ist Peter Tscherne.

Die Stiftung geht auf eine gemeinsame Initiative der Politik und der beiden Verbände der Computerspielewirtschaft BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.) und G.A.M.E. (Bundesverband der Computerspielindustrie e.V.) zurück. Maßgeblich hierfür waren

  • der Bericht des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vom 24.10.2007 „zur Sicherung eines Zielgruppen gerechten und qualitativ hochwertigen Angebots an interaktiven Unterhaltungsmedien“ an den Deutschen Bundestag (siehe Bundestags-Drucksache 16/7081), der in enger Kooperation mit der Computer- und Videospielbranche erstellt wurde;
  • der Beschluss des Deutschen Bundestages „Wertvolle Computerspiele fördern, Medienkompetenz stärken“ auf Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD vom 14.11.2007 (siehe Bundestags-Drucksache 16/7116) vom 21.02.2008.

Diesen Auftrag hat die Bundesregierung durch die Aufnahme der Stiftung in den Koalitionsvertrag „Deutschlands Zukunft gestalten“ bekräftigt:

„Digitale Spiele prägen den Alltag vieler, insbesondere jüngerer Menschen in unserem Land. Wir erkennen die Vielfalt hochwertiger Angebote, insbesondere pädagogisch wertvoller Computerspiele, sowie die große kreative Leistung und hohe technische Kompetenz der Spieleentwickler an. Dies wollen wir weiter fördern, beispielsweise mit dem Deutschen Computerspielpreis. Diesen wollen wir zeitgemäß weiterentwickeln. Die gemeinsam durch den Deutschen Bundestag, die Bundesregierung und die Computerspielewirtschaft initiierte und mittlerweile gegründete Stiftung Digitale Spielekultur soll gemeinsam mit den Marktteilnehmern weiter ausgebaut werden, um in den Schwerpunkten Wirtschaft und Ausbildung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur sowie Forschung und Wissenschaft neue Impulse setzen zu können. Wir wollen zudem das digitale Spiel für nachfolgende Generationen erhalten.“ (Deutschlands Zukunft gestalten, Seite 96)

Artikel erschienen am: Dienstag, 28. Mai 2013